Folge 6: Wie wird man mit Schimmel-Wohnungen reich?

Shownotes

Das Geschäftsmodell mit dem Schimmel in Kinderhaus

Rund 4,5 Millionen Euro fließen in der „Schleife“, dem Hochhausgebiet am Nordrand von Münster-Kinderhaus, jährlich an Mieteinnahmen an den Großvermieter ZBI. Doch wer durch das Viertel geht, blickt auf massive Missstände: Eine Umfrage zeigte einst, dass über 90 Prozent der Kinder dort in Wohnungen leben, die ein Gesundheitsrisiko darstellen. Schimmel, Feuchtigkeit und Ungeziefer gehören für viele Menschen zum Alltag. Warum passiert nichts?

RUMS-Reporter Sebastian Fobbe erklärt das System der sogenannten Finanzialisierung des Wohnungsmarktes. Wenn Wohnungen nicht mehr als Lebensort, sondern als reine Anlageobjekte für Immobilienfonds betrachtet werden, geht die Rendite für Aktionäre oft vor Wohnqualität.

Im Podcast gibt der Autor Einblicke in seine Recherche. Die gesamte Recherche finden Sie auf dieser Seite.

Gast & Host

**Sebastian Fobbe **ist Reporter und ehemaliger Redakteur bei RUMS. Unterstützt durch ein Stipendium des Netzwerks Recherche und gecoacht von SZ-Journalistenlegende Klaus Ott hat er ein halbes Jahr lang intensiv zum Wohnungsmarkt und den Eigentümerverhältnissen in der Kinderhauser Schleife recherchiert.

Anna Niere ist Redakteurin bei RUMS. Sie liebt Gespräche zwischen Politik, sozialen Missständen und nischigem Alltagswissen.

Über „Die große Frage“

„Die große Frage“ widmet sich regelmäßig tiefgehend einem Thema – egal ob Politik, Wirtschaft, Sport oder Kultur. Dafür sind immer wieder Gäste aus Münster zu Besuch vor dem RUMS-Mikrofon.

Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:12: Ja, heute beschäftigen wir uns hier mit einer ganz großen Frage und zwar mal wieder mit dem Wohnen.

00:00:17: Und vor allem damit wie man mit Wohnraum Geld machen kann!

00:00:22: Noch schlimmer, mit kaputten Wohnraum.

00:00:24: Da gibt's nämlich ein ganz gutes Geschäftsmodell und das hat sich mein Kollege Sebastian Vauber einmal genauer angeschaut bzw.

00:00:30: nicht nur einmal sondern ganze sechs Monate lang sehr intensiv und zwar in dem Münster-Rahner Stadtteil Kinderhaus.

00:00:38: Sebastian, schön dass du da bist erstmal!

00:00:40: Hallo danke für die Einladung.

00:00:42: ich freue mich.

00:00:43: Erklär doch einmal kurz

00:00:45: worum

00:00:46: ging es in dem Thema mit dem du dich die letzten sechs Monate beschäftigt hast?

00:00:50: Also es geht um die Schleife, das ist das Hochhausgebiet von Kinderhaus.

00:00:56: Das befindet sich am Nordrand also ein bisschen außerhalb.

00:01:00: Tromherum ist sehr viel grün und da stehen dann eben diese Hochhäuser.

00:01:06: Die sind in den Sitzigerjahren gebaut worden und ungefähr genauso lange gibt's auch schon Missstände.

00:01:13: Die Wohnungen sind extrem schimmelig, ziemlich feucht.

00:01:19: Es gibt Probleme mit Ungeziefer die Aufzüge bleiben oft stecken Reparaturen werden nur schleppend ausgeführt und ich habe mich eben gefragt wie kann das denn eigentlich sein?

00:01:31: Das ist ein Großeigentümer der da um über siebenhundert Wohnungen vermietet und der sprudelnde Mieteinnahmen hat eigentlich nicht reinvestiert.

00:01:41: Das ist ja unlogisch, also wie kann das denn sein?

00:01:44: Dass die Einnahmen stabil sind oder wenn sie sogar steigen aber trotzdem die Wohnung so aussehen wie sie aussehen und damit habe ich mich dann beschäftigt mit diesem Geschäftsraum leider hinter.

00:01:55: Wie bist du denn überhaupt erst mal auf das Thema gekommen?

00:01:57: Du wohnst ja selbst gar nicht in dem Viertel da bekommt man das jetzt nicht so im Alltag mit.

00:02:03: Also ich wohne an der Grävener Straße mehr oder weniger in die Schleife.

00:02:07: Also man muss, glaube ich, zweimal einen abbiegen und dann ist man auch schon da das sind ungefähr zwanzig Minuten Und ich bin da so am Rand des Kreuzviertels und dass natürlich ein Teil wohlhabend da und diesen Kontrast war nicht erstmal total spannend.

00:02:19: und Dann ist es so, dass sich ja bei Roms vier jahrelang festgearbeitet habe und da hat sie so herauskristallisiert das Wohnen so mein Mein Hauptthema sein wird.

00:02:33: Einfach weil ich persönlich finde, dass das die größte soziale Frage ist, die wir momentan haben und auch bei der eigentlich parteiübergreifend oder gesammten Gesellschaft klar ist.

00:02:45: Dass sie die Missstände besonders groß nimmt, dass man dafür machen muss Und wie ich jetzt genau auf die Schleife gekommen bin weiß ich tatsächlich gar nicht mehr so.

00:02:53: aber Ich wusste auf jeden Fall So rechts und links habe ich immer mal wieder gehört, dass es da eben diese Probleme gibt und Das hat mich dann interessiert Generell so eine Affinität zur Hochhaussiedlung.

00:03:05: Ich finde, zu Hochhäusern ganz spannende Parallelwelten und einfach in der Schleife abzuhängen fand ich es total spannend.

00:03:16: Das sind ja irgendwie eigene Sozialsysteme selbst.

00:03:19: Beschreib doch mal wie sind die Leute davor, die in der Scheife wohnen?

00:03:23: Wie fühlen sie sich?

00:03:24: Was haben die dir gesagt?

00:03:26: Also ich habe ein ziemlich langes Gespräch geführt unter anderem mit einer Bewohnerin, die jetzt nicht in der ZBI-Wohnung wohnt.

00:03:35: Das ist quasi so der Problem vermieter da im Viertel.

00:03:39: Sondern sie wohnt in einer Saalewohnung.

00:03:41: und die hat zu mir gleich am Anfang eigentlich gesagt... Die Schleife ist so ein bisschen ein eigenes Dorf innerhalb von Kinderhausen.

00:03:47: Und Kinderhaus wiederum ist ja eigentlich so eine Stadt in der Stadt und das ist auch tatsächlich so.

00:03:53: also man muss Eigentlich die Schleife gar nicht unbedingt verlassen, um den Alltag zu bestreiten.

00:03:59: Also da gibt es eigentlich alles... Da gibt's Ärzte, da gibt's einen kleinen Supermarkt, da gibts ein Begegnungszentrum im Kulturverein wie gesagt bei einer schnellen Grünen und so.

00:04:08: also eigentlich ist das da ganz schön!

00:04:11: Und die Menschen, die da bohnen sind finde ich sehr pragmatisch eingestellt ... war bei einer Frau, die hatte massiven Schimmelbefall im Bad und die ist... Also mich, wenn ich mich jetzt in diese Lage hineinflusste, so mich hat das irre gemacht.

00:04:29: Und die ist damit eigentlich ganz gut umgegangen also sehr handfest.

00:04:35: Das war der Eindruck den ich von vielen Leuten habe, die ich da kennengelernt hab dass sie irgendwie sehr gelassen sind auf sie engagiert.

00:04:43: Man kümmert sich total gut untereinander.

00:04:44: Der Flurfunk funktioniert extrem gut.

00:04:49: Es ist ein extrem buntes Viertel.

00:04:50: Also ich hab mal geleben in einem Bericht des Stadtplanungsamtes, dass da ungefähr setzten Nationen auf engstem Raum zusammenleben und das ist sehr schön.

00:04:58: Man hat da wirklich so ein babilonisches Sprachwürfer... Ich finde den Supermarkt ganz toll, den es da gibt.

00:05:04: Da gibt es ganz viele so auseuropäische Spezialitäten die man sonst nirgendwo auf die Schnelle findet.

00:05:09: Und ja, ich find' das eigentlich da ganz herzlich aber natürlich klar gerade jetzt so im Spickmannplatz, das ist dieser zentrale Platz rundherum herum Winden sich dann so diese Hochhaus-Türme.

00:05:23: Da ist es natürlich schon auch mal, dass da Leute morgens um halb zehn sich eine Flasche Bier aufmachen oder man hat manchmal Kanabisgeruch in der Luft oder so finde ich jetzt alles persönlich nicht so dramatisch an der Großstadt.

00:05:36: aber gut das ist natürlich den politischen Debatten wird es immer noch ein bisschen anders bewertet

00:05:42: Wenn du sagst dieser eine Frau zum Beispiel die war relativ fein damit dass sie Schimmel in ihrem Sie

00:05:50: war nicht fein damit, aber sie hat einen sehr pragmatischen Umgang dazu.

00:06:00: Sie denn zum Beispiel oder auch andere mit dem Schimmel gelebt?

00:06:03: Also ich muss da direkt dran denken.

00:06:05: Meine Eltern haben mir erzählt, die hatten in der Wohnung im Haus, in dem sie jetzt auch immer noch wohnen super lange ohne dass sie es gemerkt hat ein Schimmeln im Boden also unter dem Boden im Schlafzimmer und deswegen hat meine Mutter jetzt z.B.

00:06:16: Asthma und da denke ich mir das kann ja wirklich Folgen nach sich ziehen.

00:06:21: wie ist den Leuten das vor Ort auch bewusst?

00:06:24: Absolut, also kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie war ja in dieser Eigenklima wechseln.

00:06:30: Das war früher glaube ich ein Britischer von BGP, hieß der.

00:06:34: Den gibt es mittlerweile nicht mehr, der ist dann in die Finanzkrise pleitegegangen und dann hat er die ZBI das gekauft.

00:06:41: und in diesem Abwasch hat dann das Begegnungszentrum Kinderhaus am Sprigbeinplatz eine Umfrage gemacht mit Vierteln und damit Bäere im Hundert Haushalten gesprochen und da ist zum Beispiel raus gekommen dass über neunzig Prozent der Kinder in der Schleife einer Wohnung leben, die ein Gesundheitsrisiko für sie darstellen.

00:06:59: Also es ist wirklich dramatisch und jetzt habe ich die Frage vergessen...

00:07:06: Wie die Menschen mit dem Wissen umgehen das auch gesundheitliche Folgen haben kann?

00:07:12: Also da finde ich das tatsächlich recht entschuldigt Warnend, aber natürlich die werden sich.

00:07:19: Also wenn sie das schaffen, dann wären die sich und suchen sich dann allweilige Hilfe.

00:07:23: auch das Begehungszentrum kann sehr gut unterstützen.

00:07:26: Teilweise sind die aber auch wahnsinnig resigniert.

00:07:28: also es war auch in meiner Recherche was Wahnsinnig schwer Kontakte zu Mieterinnen und Mietern aufzubauen.

00:07:34: da können wir ja gleich noch mal drüber sprechen.

00:07:37: Und viele Sind resigniert weil sich wenig tut und haben auch Angst ihre wohnen zu verlieren.

00:07:45: Die mieten sind im viertel relativ günstig.

00:07:50: Gerade im Vergleich mit anderen Stadtteilen, auch nicht so... Also das ist teilweise schon ordentlich was sie zeigen müssen oder so.

00:07:55: aber es gibt auch Leute die der Langebung oder so, die echt noch richtig Gizzi-Gemietverträge haben und das will man natürlich dann nicht so schnell aufgeben zumal auch viele Leute einfach sehr gerne da in der Siedlung leben.

00:08:07: Das war jetzt auch eine Frage, die ich hatte.

00:08:09: wenn man jetzt außerhalb vom Münster denn raus schaut sag ich mal weil ich glaube Münsteraner sind sich das Problems bewusst Warum bleiben die Leute trotzdem da, wenn sie Schimmel in der Wohnung haben und alles irgendwie beschissen

00:08:34: ist?

00:08:39: Was?

00:08:51: Und ich glaube, das ist auch so eine Sache.

00:08:53: Das können sich auch irgendwie viele Leute die gerade in einem frei stehenden Alphamilienhaus groß geworden sind nicht so gut vorstellen, dass es einfach schön sein kann auf engen Raum in der Nachbarschaft zu leben.

00:09:05: Da ist viel los!

00:09:07: Es war von Ordnung.

00:09:08: Die Wohnungen sind echt schön geschnitten.

00:09:09: also wenn das jetzt nicht so furchtbar schimmelig da wäre oder so könnte ich mir auch gut vorstellen dann eine Wohnung zu beziehen.

00:09:17: Aber ja, also die einfache Antwort auf deine Frage.

00:09:21: Warum bleiben die Leute da erst?

00:09:23: Die wundern einfach gerne!

00:09:25: Und warum war es jetzt so schwer mit denen zu sprechen oder Leute zu bekommen, die überhaupt mit dir sprechen möchten?

00:09:32: Also ich habe im Sommer von fünf und zwanzig eigentlich schon angefangen mich für das Thema zu interessieren, weil dann auch das erste Mal da... ...und dann hab' ich ja dann das Depressionen bekommen vom Netzwerk Recherche.. ..und man hat natürlich dann die Frage okay Wie baue ich dann die Recherche genau auf?

00:09:50: Ich habe mir dann Türöffner gesucht, also ich war viel im Begegnungszentrum.

00:09:56: Ich war auch in Kontakt mit der Linkspartei, die da im Viertel Haustürgespräche gemacht hat und ich habe darüber versucht Mieterin und Mieter anzusprechen.

00:10:09: Das hat so sehen wie funktioniert weil ich die Vermutung habe dass es zum einen dass man Stereolisten gegenüber ein bisschen skeptischer geworden ist in den vergangenen Jahren.

00:10:20: Also das merke ich auch bei anderen Recherchen, dass viele Leute nicht mehr so gerne mit der Presse zu tun haben und das andere ist natürlich dann so, dass es auch wahnsinnig scham behaftet ist.

00:10:34: Zu sagen ja, ich lebe jetzt hier in einer Schimmelwohnung im sozial benachteiligten Stadtviertel.

00:10:39: Das kann ich aufs Zwei gut verstehen.

00:10:41: während man das nicht an die große Glocke hängen möchte In der Wohnung ist das immer ein Schutzraum, da eine fremde Person reinzulassen.

00:10:49: Das ist natürlich schwierig und die Menschen, die dort leben sind natürlich auch... Da sind viele, die haben keine Arbeit oder die haben eine sehr anstrengende Arbeit, die sind kronisch krank, die leben von Sozialleistungen oder von Asylbewerberleistung oder so.

00:11:11: Deutsch kennt das war oft ein Problem.

00:11:13: also dass sie mich auf einfach nicht verstanden haben.

00:11:15: Und ich glaube, wenn man so ein Alltag überfordert ist dann ja es ist auch einfach schwierig sich dann noch mehr Zeit zu nehmen für so eine Recherche und das kann ich total gut mehr vollziehen.

00:11:27: Voll mich auch.

00:11:28: aber wie hast du denn das Vertrauen aufgebaut?

00:11:33: Also die eine Protagonistin Die habe ich dann ganz klassisch bei einer Hock-Recherche kennengelernt.

00:11:42: Also, ich war bei einem Mittagstisch im Adrium und hab da einfach zum Mittag gegessen mit den Leuten und ein bisschen gequatscht Und das hat sich dann so ein bisschen umgesprochen und die kann auf mich zu... ...und die waren auch direkt sehr offen!

00:11:56: Und die andere Protagonistin, die habe ich tatsächlich über die Linkspartei kennengelernet.

00:12:03: Also sie haben eine Haustür Gespräche gemacht, die kannten die weiter vermitteln.

00:12:08: Ich habe auch nur mit anderen Leuten gesprochen, also ich... das sind jetzt beides, sag ich mal so deutschen Mittelstandsfrauen die auf beide Arbeiten gehen und ich hätte natürlich auch extrem gerne mit einer amigrantischen Familie gesprochen oder auch mit einer Familie, die Kinder haben.

00:12:26: Ich war dann auch ein Abend im Jugendzahlung und hab' dann auch mit Kindern gesprochen und eine Mädchen hat mir zum Beispiel erzählt dass sie da zu sübt in der Dreizimmerwohnung leben fand ich halt auch wahnsinnig und das hätte ich mir auch gerne mal angeschaut, aber da das Vertrauen zu finden, das habe ich tatsächlich einfach nicht geschafft.

00:12:47: Das hättest

00:12:48: du wahrscheinlich auch erst mal Jahre gebraucht oder?

00:12:50: Das hätte deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als die, die mit zur Verfügung gestanden ist.

00:12:59: ja.

00:13:01: Gab's denn sonst noch... ... weitere Hürden oder Dinge, die du gerne herausgefunden hättest... ...oder noch gerne schreiben würdest.

00:13:09: Die du jetzt in diesen sechs Monaten nicht geschafft hast?

00:13:11: Ja also eine Sache, die schwierig war, war nachzuvollziehen wie sich so die Mieten im Viertel entwickelt haben.

00:13:23: Also dafür hätte ich einen Blick nehmen müssen in Mietverträge über den langen Zeitraum und ob Mieterhöhungsschreiben vorlegen lassen müssen.

00:13:33: Ich brauche natürlich dann auch immer alles schwarz auf weiß, also ich kann mich jetzt nicht nur aufs Hörentwagen berufen und ich habe einige Mietverträge gesehen und auch Nebenkostenabrechnungen, das ist natürlich dann in so einem Viertel dann auch nochmal interessant wie entwickeln sich eigentlich zum Beispiel die Heizkosten, dass es ja ein Rückschluss darauf wie marodeses Gebäude eigentlich ist Krosso-Modo nicht herausfinden, dass ich jetzt sagen konnte so okay da stickt zum Beispiel eine Masche dahinter.

00:14:08: Wie da die Mieten erhöht werden ist meine Vermutung... ...ist aber das die ZBI da schon einiges tut.

00:14:21: also es gibt halt so wage Hinweise oder gut es gibt eigentlich sehr konkrete Hinweise.

00:14:25: also wenn man die zbi hat einen Immobilien vor das ist der Uni Uni im Wohnen ZBI, das ist der größte offene Immobilien-Fonds in ganz Deutschland.

00:14:35: Und der ist extrem öffentlich.

00:14:37: es gibt ein Jahresabschluss und da steht zum Beispiel genau drin wieviel Millionen Euro jedes Jahr die Menschen aus der Schleife an die ZBI überweisen an Miete insgesamt.

00:14:49: Wie viele Menschen da jetzt ganz genau wohnen weiß ich nicht aber es sind ja siebenhundert Wohnungen, so rund durchs Kaps sixhundert acht neunzig wenn wir was ganz genau nehmen Und da kann man sagen, so ungefähr viereinhalb Millionen Euro Mieteinnahmen pro Jahr sind das.

00:15:03: Das ist ordentlich!

00:15:04: Aber ich weiß zum Beispiel dass die ZBI relativ wenig Index-Mieten hat... ...das ist das was normalerweise solche Immobilienfonds haben als Indexmiete heißt Die Miete erhöht sich jedes Jahr mit der Inflation.

00:15:16: Das haben sie dann nicht.

00:15:16: Die haben sehr viele alte Mietverträge, die noch nicht indexiert sind oder sowas für diese Miete erstmal gut ist.

00:15:22: Trotzdem weiß ich aber, dass die Mieterhöhungen in den letzten Jahren schon zugenommen haben.

00:15:28: Ich habe es aber nicht schwarz auf weiß, deswegen ist das jetzt so ein Thema mit den Mieten des Rausch im Hintergrund mit.

00:15:34: Aber ich konnte dazu wenig Konkretes herausfinden!

00:15:42: Von meinem Gefühl her ist es glaube ich auch gar nicht so der Punkt, der jetzt super entscheidend oder die krasse Wendung für deine Story geben würde.

00:15:49: Weil wir ein ganz Münster irgendwie Probleme mit den Mieten haben, die erhöht werden oder wahrscheinlich wenn ich jetzt aus meiner Wohnung ausziehen würde, würde meine Vermieterinnen auch nochmal richtig was draufhauen und für die nächsten die einziehen.

00:16:00: also klar das würde wahrscheinlich noch so ein bisschen Salz mit in die Wunde streuen.

00:16:03: aber das Krasse sind ja die Zustände in denen die Leute da leben.

00:16:08: wie genau sieht denn jetzt dieses Geschäftsmodell aus, also wie verdient jetzt die ZBI damit Geld mit dem Schimmel?

00:16:15: Ja.

00:16:15: Also das brennt sich Finanzialisierung und das ist eigentlich so ein ... In der Wirtschaftswissenschaft würde man sagen dass es eine Art Trend ist, der in ziemlich Lebensbereichen Einzugheit, also das gibt's nicht nur beim Boden sondern zum Beispiel auch bei in der Landwirtschaft oder bei Arztpraxen oder so, dass sie finanziert werden.

00:16:35: Das heißt ganz einfach, dass die über Fonds mit den Finanzmärkten in Verbindung stehen.

00:16:43: Und da gibt es dann Anleger, die dort Geld einzahlen und mit diesem Geld soll dann halt ein Investment erfolgen.

00:16:51: Die Anlegarinnen haben natürlich auch dementsprechend Renditeerwartungen.

00:16:56: Man muss sich das so vorstellen dass eine Wohnung im unseren Augen als Menschen, die da drin wohnen ist das ein Lebensort.

00:17:06: aber eine Wohnung von der CPI oder der LEG, also das sind alles finanzialisierte Bundesunternehmen ist das einfach ein Anlageobjekt.

00:17:17: Das soll möglichst viel Geld bringen und es gibt einen Verein mit dem hatte ich ziemlich viel zu tun, das ist die Finanzwende.

00:17:27: Das ist ein Kapitalismuskritischer Think Tank und die haben eine große Studie gemacht über die Finanzialisierung auf dem Wohnungsmarkt.

00:17:38: Die habe ich mir sehr genau angeschaut, hab dann auch noch Interviews tag geführt und es ist so das kann man eigentlich bei allem sagen dass wenn man tausend Euro miete an ein finanzialisiertes Wohnungsunternehmen überweist gehen ungefähr vierhundert bis vierhundfünfzig Euro an die Aktionärinnen und Aktionäre und von dem restlichen Geld kann man einfach keine Wohnung in Schuss halten.

00:18:00: Das ist ja auch nur die Hälfte.

00:18:02: Ja Es geht einfach nicht auf.

00:18:05: Also das ist jetzt auch kein großes Geheimnis, es gibt ja den Mikro-Sensors in Deutschland von zwei tausendzweiundzwanzig, also veraltet aber sind immer noch die besten Fallen, die wir haben zum Wohnungsbestand im ganz Deutschland.

00:18:20: da kann man sich herunterbrechen lassen bis auf Münster runter.

00:18:24: wie hoch sind die Quadratmeter Mieten je nach Eigentümer Kategorie?

00:18:29: Also dann kannst du zb sehen so ah ok Die städtische Bundesunternehmen und die Genossenschaften sind extrem billig.

00:18:36: Und da kann man die Zeitung aufschlagen, und sieht dann... Da gibt es keine Missstände!

00:18:41: Also gibt's einfach gar keine Berichterstattung zu, dass da irgendwie was im Argen ist?

00:18:45: Also ist scheinbar die Wohnqualität auch nur für den Preis extrem gut.

00:18:51: Und bei den finanzialisierten Bundesunternehmen wie zum Beispiel LEG, Bonovia ZBI das sind jetzt drei Großplayer hier in Münster sieht man dann ganz einfach, ach okay die haben die allerhöchsten Mieten und die schlechteste Wohnqualität.

00:19:05: Also es ist the worst of all worlds!

00:19:07: Ja aber man hat ja kaum eine andere Chance weil Wohn- und Stadtbau hat jetzt auch nicht so viele Wohnungen vermutlich keine in der Schleife wenn man da wohnen möchte?

00:19:17: Es gibt einen kleinen Bestand an der User Factment Straße.

00:19:20: Der sieht übrigens super aus, der ist gerade frisch renoviert worden.

00:19:26: Also es ist wirklich so, also das ist ein sehr gepflegtes Hochhaus.

00:19:31: Und die investieren jetzt bis zu zwei Tausend dreißig zwanzig Millionen Euro in den Bestand um die energetisch zu sanieren, d.h.

00:19:38: werden die Außenfassaden verbessert und die Fenster ausgetauscht.

00:19:41: Dadurch sinken dann auch die Halteskosten für die Miete als es ist ein wunderbares Investment.

00:19:46: Die Bäder und die Innenräume sind alle auch schon kernsaniert.

00:19:51: Wie gesagt, dass ist ein Investment von zwanziger Millionen.

00:19:53: Euro, der erste Bauabschnitt ist schon fertig.

00:19:56: Das sind fünfundhalb Millionen für draufgegangen und die ZBI hat innerhalb eines Jahres achthunderttausend Euro in die siebenhundert Wohnungen in der Schleife investiert.

00:20:04: Das ist also quasi nischt!

00:20:06: Das ist gar nisht!

00:20:08: Und die Hälfte dafür für Sanierungen... ...und das ist halt wirklich der Treppenwitz.

00:20:13: Also die Sagenheit wir können ohne Wohnung sanieren wenn Mieter ausziehen und es einfach falsch, das stimmt nicht.

00:20:20: Also natürlich kann man auf dem Lauf nehmen eine Wohnung sanieren, wenn man das möchte.

00:20:24: Aber man will es halt ganz einfach nicht weil es eben diese Rendite-Erwartungen gibt.

00:20:29: Wow!

00:20:29: Ja und dann kann man schön darauf schieben dass ist ja auch blöd.

00:20:31: wäre für die Mieter wenn man da renoviert wären sie drauf wohnen, oh Mann.

00:20:35: Das

00:20:35: habe ich auch für das Teilengebitter liebe Zuhörerin und Führer aber das musst du jetzt mal gerade wollen.

00:20:40: Ich konnte dir folgen und wie wir ja schon öffentlich lesen konnten habe ich jetzt nicht gut bezahlen.

00:20:47: Okay, also die Stadt macht super die Wohnenstadtbau.

00:20:50: Warum könnte denn jetzt nicht einfach die Wohnung von der ZBE abkaufen?

00:20:54: Dann wäre doch alles super für die Leute!

00:20:56: Ja das ist auch eine Sache, die hat mich in meiner Recherche lange beschäftigt, da habe ich auch einen Text drüber geschrieben.

00:21:03: Also es so man kann sich für gewisse Wunkbiete Vorkaufrechte sichern als Stadt.

00:21:10: dann macht mir dann eine Satzung zu und dann kann man dann wenn jetzt ein Eigentümerwechsel stattfindet kam eine Stadt eingreifen.

00:21:17: Und kann dann sagen entweder wir machen das nicht, also wir lassen es einfach nicht zu oder wir übernehmen dann die Wohnung selber.

00:21:25: Also man müsste dann kaufen.

00:21:28: in der Schleife übrigens auch steht auch im Jahresbericht des Uni Emo Bonenzebi ja also dieses Fonds drinne.

00:21:36: Die Wohnungen diese siebenhundert wohnung kosten ungefähr sechzig Millionen Euro.

00:21:41: Also weniger als superwürstig auf jeden Fall.

00:21:45: und Das ist so, dass es in der Schleife seit Jahrzehnten eine Vorkaufsrechtssatzung gibt.

00:21:54: Aber die Frage ist sie noch auf dem aktuellen Stand.

00:21:58: Das Ding ist nämlich das diese finanzialisierten Wohnungsunternehmen Steuern sparen möchten und deshalb kaufen die immer seltener die Wohnungen an und für sich sondern die kaufen einfach ein anderes Wohnungs-Unternehmen diesen Wohnung gehört.

00:22:18: Und so wechselt dann dieser Wohnungsbestand den Eigentümer, ohne dass der Eigentüm erwechselt.

00:22:28: Also es ist ein bisschen kompliziert.

00:22:29: man nennt das Share Deal also man kauft einfach Unternehmensanteile keine Wohnungen.

00:22:33: dadurch bekommt man dann diesen Immobilienbestand in seinem Portfolio und bei diesem Share Deals ändert sich nicht am Grundbuch.

00:22:43: Es muss sich aber etwas an dem Grundbuch ändern damit man recht sicher ein Vorkaufsrecht ausüben kann.

00:22:51: Das hat bisher mit Baicherdials in seltensten Fällen funktioniert, also Berlin-Neukölln hat das noch funktioniert und Hamburg hat es noch funktioniert.

00:22:59: im Düsseldorf hat man es mal probiert.

00:23:02: Das ist nicht so einfach und da gibt es eine Rechtsunsicherheit und die Grünen haben im Bundestag Frau Rickenberg direkt gewählte Abgeordnete hat da auch einen Antrag im Bundestag eingebracht, dass Shared-Eave klassischen Immobilienverkäufen gleichgesetzt werden würden.

00:23:21: Das wäre ganz wichtig, dass das funktioniert für die Kommunen damit sie ihre vorkaufsrechte Gaten machen können.

00:23:27: Ist also wieder eine Ebene höher als hier in Münster und müsste vom Land aus

00:23:33: kommen?

00:23:35: Die Ratskoalition hat einen Antrag gestellt, in dem die Stadt aufgefordert wird nochmal diese Vorkaufsrichtsatzung abzuklopfen.

00:23:46: Also steht auch Wortwürdig drin und dass Scherdies berücksichtigt werden sollten.

00:23:50: Da voll das Ziel sein.

00:23:51: Aber ich habe es dann auch nämlich noch mal vergewissert beim Amt für Kommunikationen wie sich das gehört die mir damit geteilt haben, ja es gibt da eben diese Rechtsunsicherheit und wir warten dann noch auf entsprechende Gesetzesänderungen aus Bund und Land.

00:24:07: Und beim Land Neutrhein-Westfalen übrigens eine CDU Bauministerin – man kann's gar nicht glauben – möchte sich jetzt im Juni ein faires Wohngesetz verabschieden und da soll er zum Beispiel auch Enteignung erleichtert werden für die Kommunen.

00:24:24: also wenn wirklich, wenn es das Schrott und Problemimmobilien gibt.

00:24:30: Und die Eigentümer sich komplett querstellen, dann sollen Nordrhein-Westfalen künftig nach der Vorstellung von CDU-Ministerin in der Schachenbach auch Enteignungen möglich sein.

00:24:41: Das klingt total toll!

00:24:44: Wir hatten noch mal so ein Hochhaus.

00:24:45: War das nicht in Körde?

00:24:46: Wo es Probleme gab?

00:24:47: Dann könnte die Stadt das theoretisch einfach übernehmen können?

00:24:53: Also ich ... die Satzistext nicht so, wo ich mir jetzt auch kein Jurist in der Tiefe und weiß jetzt nicht ob man das anlenden kann oder so.

00:25:04: Aber ich sage mal so, ich kann mir das gut vorstellen dass für so eine... Das ist ja noch einmal ne ganz andere Dimension als in der Schleife.

00:25:10: Das sind ja die... Das is' ja noch furchtbarer wie es da aussieht.

00:25:15: Ich könnte mir schon gut vorstellen, dass dort ne Enteignung dann möglich wäre.

00:25:22: Und da ist übrigens auch Das habe ich ihm vergessen zu erzählen, sorry.

00:25:27: Es ist gar nicht klar ob die ZBI wirklich Eigentümer in dieser Wohnung ist.

00:25:31: Deswegen bin ich so ein bisschen dazu übergegangen immer nur noch von großen Vermieter zu sprechen und nicht vom Großeigentüma.

00:25:37: Und weil wie gesagt, ich stehe mich im Grundbuch drinnen.

00:25:40: Ich hab da auch einen Gerichtsurteil... ... gelesen, das ist Kabarett.

00:25:44: Also dass die ZPI nicht in der Lage war nachzuweisen... ... äh, dass sie Eigentümerin ist von einer Wohnung und es ist im Körde genauso.

00:25:52: also da kann auch dieser vor, der heißt DI ich glaube das heißt Deutsche Investment... ... im Bild oder irgendwie sowas.

00:25:56: Ähm, diese sind mittlerweile Pleite und haben wahnsinnige Probleme.

00:26:01: Da weiß auch kein Mensch ganz genau wie ihm eigentlich da dieses Hochhaus gehört.

00:26:05: Das macht doch gar keinen Sinn, die steht noch im Mietvertrag und müsste doch auch was gehalten werden?

00:26:10: Ja, die stehen im Mietenvertrag aber die stehen nicht im Grundbuch!

00:26:13: Ja, aber so ist das halt.

00:26:15: also das sind die Spielregeln, die die Politik beschlossen hat.

00:26:19: Also ich finde es gibt dann... Ich werbe machen darf!

00:26:22: Es gibt ein sehr schönes Buch von Lara Schulschenk und da hat sie die Welt aufgeteilt in drei Gruppen.

00:26:29: Da geht's auch um den Miet- und Wohnwarnsinn in Deutschland.

00:26:34: Diese drei Gruppen, in denen sie die Welt aufteilt.

00:26:36: Das sind die Verlierer, das sind die Mieterin und Mieter... ...die Gewinner, da sind die Eigentümerinnen und Eigentöme.

00:26:42: Und sozusagen die Verantwortlichen oder die Versager?

00:26:47: Das ist die Politik!

00:26:48: Macht für mich soweit Sinn.

00:26:52: Sebastian, ich möchte mit dir noch ein bisschen über deine Arbeit sprechen.

00:26:55: Innerlich haben wir jetzt ja schon sehr viel abgekauert.

00:26:58: aber erzähl doch mal du hast jetzt sechs Monate intensiv daran gearbeitet.

00:27:01: Du hast erzählt das habe ich auch mitbekommen dass Wohnen vorher immer schon dein Schwerpunkt war und Thema was sich sehr viel interessiert hat.

00:27:07: wie hat sich diese Arbeit aber dann trotzdem von deiner vorherigen Arbeit unterschieden?

00:27:11: Ja also ich hab es ja schon angerissen.

00:27:13: Ich habe uns die Pendeln bekommen von der dfc-Recherche.

00:27:15: da bin ich super dankbar für.

00:27:18: Und dadurch war ich freigestellt von meiner Redaktionstätigkeit.

00:27:23: Zu

00:27:23: uns alle bedauern?

00:27:24: Ja, genau.

00:27:26: Ich habe in doppelter Weise Glück gehabt.

00:27:32: einmal dieses Dependium und dann hab' ich noch einen Platz bekommen an der Repartageschule... ...und bin ja jetzt kein festes Redaktionsmitglied.

00:27:38: dadurch mehr!

00:27:42: Das Dependum hat mir quasi die Zeit und auf die finanziellen Ressourcen geschenkt mich in Vollzeit drei Monate darum zu kümmern.

00:27:51: Da muss

00:27:52: man jetzt kurz vielleicht den Kontext stellen.

00:27:54: für Leute, die sich mit so einem Redaktionsalltag nicht auskennen... Die Zeit haben wir sonst nicht!

00:27:58: Erst einmal haben Sebastian und ich immer noch nicht.

00:28:02: aber wir haben nicht Vollzeit bei Rums gearbeitet sondern hatten auch einen anderen Job

00:28:05: nebenbei.

00:28:06: Das heißt man konnte sich gar nicht vierzig Stunden die Woche damit auseinandersetzen.

00:28:09: also das ist schon super privileg das haben zu können.

00:28:12: Total uns ähm.

00:28:16: Ich habe dann die restlichen drei Monate einen Teilzeit gemacht, weil das war mit der Repartage-Schule kollidiert.

00:28:23: Also ich war dann in vielen Räutlingen und dann wochenends in Münsterd hab dann auch noch oft gearbeitet und war an der Schleife.

00:28:32: Und genau also die erste Zeit bestand erstmal da drin vor Ort zu sein jetzt alles einzuschauen.

00:28:39: Ich hab da Bedingungen gemacht, hat mir da die Eigentümer verhältnis so erklären lassen.

00:28:43: Ich war viel im Belegungszentrum Mit Thomas Keulmann gesprochen, der glaube ich war SPD-Rat sehr ganz lange und leitet da das Bildungszentrum Kent.

00:28:53: Glaub ich diesen Ort wie kein anderer Mensch in Münster und hat schon seine Diplobarbeit in den achtziger Jahren über die Schleifen geschrieben und da für ein Abriss sehr gut geplädiert und einen Neubau.

00:29:08: Und habe mir dann jede Menge Akten besorgt.

00:29:12: Da auch noch mal, da hat mir mein Mentor... Also man bekommt einen Coach von Netzwerk-Recherche.

00:29:18: Wenn man so ein Stipendium bekommt zur Seite gestellt und das war Klaus Ott von der Süddeutschen Zeitung eine Größe des deutschen Investigativschandalismus.

00:29:29: Und als ich zur Reportageschule gegangen bin hatte ich dann auch untüpfig den Investigativschandalismus.

00:29:35: und dann hieß es dann sofort klausott ist der beste Aktenbescherfer Deutschlands und es ist wirklich so.

00:29:39: also wir hatten nicht Und der hat unfassbar gefolfen, mir die nützigen Akten zu beschassen.

00:29:47: Was sind das zum Beispiel so für Akten?

00:29:49: Also ich hab natürlich im Ratsinfosystem ganz klassisch also das wissen glaube ich auch nicht alle Es gibt in eigentlich überall in Deutschland gibt es Rats-Infosystem wo alle Papiere die von der Kommunalpolitik besprochen oder entschieden werden hochgeladen werden.

00:30:06: Das ist ja jetzt doch relativ easy, das ist ja alles öffentlich-einsehbar.

00:30:10: Aber so zum Beispiel beim Grundbuch da war das wirklich ein Problem.

00:30:15: ich hatte einen Antrag gestellt auf einen sich Namen im Grundbuch um nochmal die Eigentumsverhältnisse in der Schleife schwarz auf weiß nachzuvollziehen

00:30:26: und dass darf man auch einfach machen oder?

00:30:28: Das darf man nicht machen.

00:30:30: also Eigentum ist in Deutschland eine heilige Kuh.

00:30:33: Sobald ich weiß, war das früher auf mein Anders.

00:30:35: Also soweit ich informiert bin in meiner Recherche war es früher so dass die Eigentumsverhältnisse relativ transparent.

00:30:42: In den siebziger Jahren waren im Telefonbuch, konnte man die ganz gut nachvollziehen.

00:30:47: Mittlerweile ist was nicht mehr so und man muss dann ins Grundbuchabend und wenn man da einen Tinninausmacht beim Amtsgericht steht er auch schon so.

00:30:56: zum Beispiel wenn man jetzt ein Haus gekauft hat heißt das nicht automatisch, sondern einfach sich seinen Grundbuch auszug geben lassen kann, weil da auch die Historie eines Grundstücks war zu vollziehen wird.

00:31:07: Man könnte jetzt ja denken das wäre sinnvoll dass ich das weiß wenn nicht dieses Grundstück

00:31:11: besitze?

00:31:12: Ja sieht der deutsche Staat um die andere?

00:31:16: naja auf jeden Fall muss man dann argumentieren.

00:31:18: also man muss an einen Antrag stellen im Grundbuch einfach sagen so ja blah ich bin Journalist und es gibt öffentliches Interesse weil die Mischstände in der Schleife sind wie sie sind.

00:31:27: und dann habe ich da ein Tenin ausgemacht.

00:31:30: Von mir saß eine extrem resolute Grundbuchführerin, die mir Zähne knirschend dann einen Ausdruck gegeben hat.

00:31:39: Den habe ich dann abfotografiert.

00:31:41: Wenn ich den mitgenommen hätte, hätte das Geld gekostet und genau... Dann hat Klaus mich gefragt ob ich auch in die Kaufverträge schauen konnte.

00:31:51: Das ist natürlich auch super spannend.

00:31:54: Das hab' ich denn gesagt.

00:31:55: Wusste ich gar nicht?

00:31:56: Hätte durft hätte!

00:31:59: Und, ähm ... also hab ich einen neuen Termin im Koopamt ausgemacht.

00:32:06: Und bin dann da hingegangen und die Konkurrerin war komplett entsetzt.

00:32:11: Also sie konnte das nicht ... Ja, sie konnte es nicht nachvollziehen, dass mich die Kaufverträge interessieren.

00:32:21: Und hat mich dann, also ... Ich sag mal, barisch behandelt und mich ins Zimmer verwiesen.

00:32:30: Und genau, das war zwischen den Jahren.

00:32:34: Da war Klaus zufällig in Münster und wir haben uns getroffen auf einen Kaffee.

00:32:38: Dann hab ich das erzählt.

00:32:39: Der hat die Fassung verloren und hat mir dann ein sechseitiges Schwerteschreiben, ein Einspruch verfasst.

00:32:46: Dann durfte ich da wieder dahin und dann ging es auch.

00:32:48: Also jetzt hab' ich alles aufgedrängt... Das wär

00:32:50: die gleiche Frau?

00:32:51: Ja ja ja!

00:32:52: Die war überhaupt... also die hatte mich noch mal drauf angesprochen.

00:32:54: Meinte, dass die Menschheit ganz unmöglich fand.

00:32:56: aber dann habe ich's sehr gut.

00:32:59: Das

00:32:59: Beschwerde, Schreiben fand sie unmöglich oder wie?

00:33:01: Ja also ich hatte dann halt auch noch mal nachgefragt wo ich denn jetzt genau nochmal den Einspruch hinschicken soll und so.

00:33:07: Und das wollte ich mir da nicht sagen.

00:33:09: Dann habe ich dann mit dem Amtsdirektor telefoniert und der hat dann gemeint zu ja dass wir sei wohl ein Missverständnis gewesen sind bei sich nicht sicher ob sie mir die Kaufverträge zeigen darf.

00:33:18: Ich dachte dann sehr gut.

00:33:20: Unsicherheit hab' ich da jetzt keine gespürt aber ist jetzt auch verworscht.

00:33:26: Naja, also sie fand das auf jeden Fall nicht richtig dass ich dann noch mal mit dem Amtsdirektor dort gesprochen habe.

00:33:31: Ja ein gutes Beispiel dafür wieder wie Journalisten oft immer wieder ihre Arbeit rechtfertigen müssen vor allem wenn man investiativ arbeitet und einige Hürden in den Weg gestellt werden die was du ja auch von schon erzählt hast.

00:33:44: Schauen wir einmal in die Zukunft Ja.

00:33:47: Was erhoffst du dir, außer Ruhm und Ehre?

00:33:50: Und Aufdecken dieser grandios schlechten Lebensverhältnisse in denen die Menschen dort liegen?

00:33:55: Journalistenpreise!

00:33:57: Das hoffe ich auch auf jeden Fall.

00:34:01: Aber was denkst Du es realistisch?

00:34:03: Was hat diese Recherche jetzt wohl ausgelöst?

00:34:06: Realistisch ist das dass viele Leute lesen und wissen?

00:34:13: Ich glaube, dass durch dieses Drama in Körde – das ist ja ganz furchtbar gewesen.

00:34:17: Dass die Stadt da auch als Zwangsverwalter tätig sein musste und dann eine Notwasserversorgung gewährleisten musste.

00:34:25: Das hat sehr viel Aufmerksamkeit bekommen.

00:34:27: Ich glaube im Berg Fidel, auch durch das Engagement was es dort vor Ort gibt gegenüber der LEG, ist da auch ein Scheinwerfer und zumindest nach meinem Empfinden in Kinderhaus weniger.

00:34:40: Ich

00:34:45: wünsche mir, dass meine Recherche das schafft da einen Scheinwerfer drauf zu lenken.

00:34:55: Und ich hoffe auch natürlich, dass die Leute die Entscheidung treffen können im Rad und in der Stadt zu fleven... ...und ich dachte jetzt nicht, dass ich hier die Lösung habe oder so.

00:35:07: Das ist total vermessen, weil als schon alles kann ich gar keine Lösungen erarbeiten!

00:35:11: Aber ich hoffe, dass ... Ich kann nur Fakten liefern.

00:35:14: Für eine faktenbasierte Debatte und ich hoffe das das ankommt und man mit diesen Faktern weiterarbeiten kann.

00:35:22: Und ich werde auch dranbleiben.

00:35:23: also ... Die Gerüchte-Küche brodelt ja und es steht ein Eigentümerwechsel bevor und ich werde mir genau anschauen was das für ein Unternehmen ist.

00:35:34: Eigentümmerwechsel von der Zeit bei eWohnung?

00:35:36: Ja.

00:35:36: Oh, spannend!

00:35:38: Hast du gemerkt, dass... Also die erste Recherche wurde ja jetzt auch schon veröffentlicht, beziehungsweise wenn dieser Podcast raus ist sind alle draußen.

00:35:46: Sind danach jetzt schon wieder Leute zu dir gekommen oder hast du irgendwie noch Rückmeldung von den Leuten vor Ort bekommen mit denen du gesprochen hast?

00:35:53: Ja ich war ja mit dem WDR nochmal in der Schleife.

00:35:55: Die haben einen Lokalzeitbeitrag am Tag des Lokaljournalismus über Rums gedreht und ich war dann der Vortagongist und meine Schleifrecherche ist da das Hintergrundrauschen gewesen sag' ich mal ... ich sehr dankbare Rückmeldungen bekommen.

00:36:12: Also, ich war im Begegnungszentrum, da war ein großes Frühstück... ... einige Leute kennen mich da ja mittlerweile auch so vom Sehen her,... ... die haben sich auch sehr gefreut, mich zu sehen und... ... Thomas Keulmann beispielsweise der hat gemeint, dass er das sehr gut fand... ...und auch eine Bewohnerin, die fand es auch ganz teuer dann direkt gefragt, ... ..."aber man erscheint der zweite Teil".

00:36:33: Das fand ich natürlich auch irgendwie ganz toll!

00:36:36: Und auch beispielsweise also barbettlichen Stand verlängerig, ... Einziger Ratsfrau aus Kinderhaus West, dem Weihbistück, zu dem ihr auf die Schleife gehört.

00:36:46: Das ist eine CDU-Ratsfraue und die fand das auch eine sehr gute Recherche.

00:36:54: Vielleicht stößt es ja was in der Politik an?

00:36:56: Ist sowieso das, was man sich manchmal erhofft oder?

00:37:01: Ja also ... Es gibt ... Da Leute, die offene Ohren haben.

00:37:07: Andere, die weniger offene Ahren haben ist auch alles in Ordnung.

00:37:14: Das waren wir mal.

00:37:16: Ja ich habe mir hier noch eine Sache notiert, die wir bisher nicht angesprochen haben.

00:37:21: Die eventuell ja auch in zukünftigen Recherchen wenn du dran bleibst was du gesagt hast Thema werden könnte und zwar die Rolle der Union Investment also der Volksbank.

00:37:32: Die hängen da ja irgendwie mit drin.

00:37:34: Aber das war jetzt noch gar nicht Thema.

00:37:36: Genau, erkläre ich gerne!

00:37:37: Also die ZBI ist eine Immobiliengesellschaft und die hat... als wenn man auf der Webseite steht dahinter immer dass sie das die führende deutscher Spezialist im Bereich hohen Immobilie erführt oder so was.

00:37:52: Und das es ein Emissionshaus ist.

00:37:56: also Emissions heißt Haus heißt dass die Finanzprodukte, Anlageprodukte schnürt Das heißt das.

00:38:03: Und es ist auch eine direkte Ansprache auf dieser Webseite dieses großen Vermieters an Anlegerinnen und Anlegers, und die Mieter kommen da einfach nicht drin vor.

00:38:15: Die ZBI als Emissionshaus hat dann eben ein Fondsgesellschaft und dieser Fonds der Unie Emo... Nee doch Uni Emo Ja, total.

00:38:32: Ich muss beim Schreien immer so konzentriert.

00:38:35: Der wiederum wird vermarktet von der Union Investment und das ist die Immobilie... Entschuldigung!

00:38:43: Die Finanzgruppe der Volks- und Reifeisenbanken also der Genossenschaftsbanken sozusagen Das ist ein deutschlandsgrößter Immobilien offener Immobilie von gewesen.

00:38:56: also es ist dann wie bei dem etf dass man da einmal oder monatlich.

00:39:00: Da Geld einzahlen kann.

00:39:02: das wird dann einfach bespart.

00:39:04: dieses geld wird dann irgendwie investiert und Man schaut dann einfach dazu wieder in.

00:39:09: dieses sparmut haben wächst in den besten fällen Genau, und da das ist dann zernaget worden von der Union investment.

00:39:17: Und um das noch kurz abzureppen Die wiederum haben diesen Fonds als extrem sichere Wertanlage, vermarktet so nach dem Motto dann so ja wenn sie sich kein Eigenheim leisten können.

00:39:31: Dann können Sie da Geld einfallen und dann profitieren sie indirekt an den Sponien Miet-Einnahmen die es gibt.

00:39:38: also das wird ja auch die Bauern ja auch nicht oder so ne?

00:39:40: Also die genähen Vergelteinnahme investieren das nicht in Bautätigkeiten oder so sondern... Das steht auch im Jahresbericht ein bisschen verklausurgiert, dass sie das eigentlich ganz gut finden.

00:39:49: Dass es so eine hohen Baumknappheit gibt weil die Preise dann eben in die Höhe treibt.

00:39:53: und dieses Versprechen ist dann geplapst an einem Tag da habe ich auch einen Artikel drin übergeschrieben.

00:40:01: Im Jahr zwanzig an einem Hofsommertag und danach sind denn diese Bestanden nochmal neu bewerten musste und da ist dann rausgekommen ach der ist ja so viel Schrott mit dabei Das ist ja gar nicht so viel wert, wie wir das den Leuten immer erzählt haben.

00:40:18: Von

00:40:20: der Fondsgesellschaft?

00:40:21: Genau als Union-Western hat eigentlich nur die Vermarktung gemacht.

00:40:24: also bei der Volksbank haben sie dieses dann quasi dann so schmackhaft gemacht.

00:40:28: da Geld zu, du musst dir mal nix sagen hier so mobil im Publikum super gibts halt einmal ein und das hat dann auch echt nochmal Waying beschlagen.

00:40:38: diese Abwertung liegt mittlerweile beim Europäischen Gerichtshof Weil die Leute sich natürlich jetzt berechtigterweise total verarscht vorkommen.

00:40:48: Also, Achtung für Millionen Euro sind da an einem Tag einfach zerproft und genau das... Wie ein Rest kann man dann nachlesen.

00:40:59: aber genau das ist eben so.

00:41:00: das Problem was die Union Investment da hat dass sie eigentlich als Teil einer Vorzeige Bank eine vertrauenswürdigen Marke wie der Volksbank da einfach ja Murks gemacht hat

00:41:14: Ja, krass auf jeden Fall.

00:41:16: Ich merk schon da sind noch super viele Themen und Fragen offen die man jetzt wahrscheinlich in den nächsten Jahren noch angehen kann muss möchte.

00:41:23: Du bist jetzt erst mal noch ein halbes Jahr in Reutlingen Und dann kommst du hoffentlich zurück nach Münster zu uns.

00:41:30: Wir sind super gespannt was da noch kommt.

00:41:33: Ansonsten kann ich nur noch sagen an alle Hörerinnen und Hörern Wenn ihr jetzt angefix seid Was ich natürlich hoffe Alle Teile dieser Recherche lehlen möchtet findet ihr die selbstverständlich auf unserer Website auf www.rums.ms.

00:41:48: Ich freu mich,

00:41:49: danke

00:41:50: Sebastian!

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